Wenn ihr das Bild eures TVs verbessern wollt, dann müsst ihr diese Funktion sofort abschalten

Bild und Video

Kennt ihr das? Ihr freut euch auf euren neuen Fernseher, schaltet das erste Mal Netflix oder eine Blu-ray ein – und irgendetwas fühlt sich falsch an. Bewegungen wirken übertrieben glatt, Gesichter sehen plötzlich wie in einer billigen Soap aus, und der Kinolook ist komplett dahin. Willkommen im berüchtigten Soap-Opera-Effekt – verursacht durch eine Funktion, die bei fast jedem Fernseher voreingestellt ist: True Motion (oder Motion Smoothing).

True Motion soll eigentlich Bewegungen flüssiger machen, indem Zwischenbilder berechnet werden. Das führt aber oft zu einem unnatürlichen Look, der Filme billig aussehen lässt. Wenn ihr echten Kinogenuss wollt, solltet ihr diese Funktion sofort ausschalten. Die Option versteckt sich meist in den Bildeinstellungen unter Namen wie „True Motion“, „Motion Flow“, „Auto Motion Plus“ oder „Bewegungsglättung“. Erst ohne diese Zusatzberechnung entfaltet euer TV das Bild so, wie es vom Regisseur gedacht war.

Was True Motion eigentlich macht

Fernseher mit 100 oder 120 Hertz haben die Möglichkeit, zwischen zwei vorhandenen Frames zusätzliche Bilder zu berechnen. Ziel ist es, Bewegungen weicher darzustellen. Besonders beim Sport oder schnellen Kameraschwenks kann das nützlich wirken: Der Ball beim Fußballspiel verschmiert weniger, schnelle Bewegungen erscheinen klarer.

Die Technik nennt sich Frame Interpolation. Algorithmen analysieren zwei benachbarte Bilder und errechnen, wie ein Zwischenbild aussehen müsste. Dadurch entsteht eine künstlich erhöhte Bildrate. Aus einem Film mit 24 Bildern pro Sekunde macht der Fernseher dann scheinbar 48 oder 60.

Auf dem Papier klingt das clever. In der Praxis führt es aber bei Filmen und Serien zu einem Effekt, den viele Zuschauer regelrecht hassen: Bewegungen wirken so übertrieben flüssig, dass Kino-Blockbuster aussehen, als wären sie mit einer Handkamera im Studio einer Seifenoper gedreht worden.

Warum der Soap-Opera-Effekt so störend ist

Filme werden traditionell mit 24 Bildern pro Sekunde aufgenommen. Diese Bildrate prägt seit Jahrzehnten den Kinolook, den wir alle gewohnt sind. Alles, was stark davon abweicht, fühlt sich unnatürlich an.

Stellt euch vor: Ihr schaut „Herr der Ringe“ oder „Blade Runner 2049“ – epische Bilder, kunstvolle Kameraarbeit, satte Farben. Doch statt Kinoatmosphäre bekommt ihr das Gefühl, in einer Studio-Soap zu sitzen. Dieser Bruch reißt viele aus dem Film heraus.

Auch Regisseure sind kein Fan davon. So hat etwa Tom Cruise gemeinsam mit Regisseur Christopher McQuarrie öffentlich dazu aufgerufen, Bewegungsglättung auf TVs abzuschalten, weil es die künstlerische Intention zerstört.

Warum ist True Motion überhaupt eingeschaltet?

Die meisten Hersteller liefern ihre Fernseher mit aktivierten „Bildverbesserern“ aus. Das liegt daran, dass im Laden helle Demo-Videos laufen, in denen flüssige Bewegungen auf den ersten Blick beeindruckend wirken. Wer einen TV im Markt vergleicht, lässt sich davon leichter überzeugen.

Doch zu Hause, bei normalem Film- und Serienkonsum, kippt der Effekt ins Gegenteil. Was als Verkaufsargument gedacht ist, wird für Filmfans schnell zum Ärgernis.

So findet und deaktiviert ihr True Motion

Je nach Hersteller trägt die Funktion einen anderen Namen. Hier die wichtigsten:

  • LG: TruMotion
  • Samsung: Auto Motion Plus
  • Sony: MotionFlow
  • Philips: Perfect Natural Motion
  • Panasonic: Intelligent Frame Creation

Der Weg zum Abschalten ist meist ähnlich:

  1. Öffnet das Menü „Bildeinstellungen“.
  2. Sucht nach einem Unterpunkt wie „Optionen“, „Bildverbesserungen“ oder „Bewegung“.
  3. Dort findet ihr die entsprechende Option – und setzt sie auf „Aus“.

Tipp: Manche Fernseher erlauben statt „Aus“ auch eine manuelle Feinjustierung. Wer mag, kann Zwischenbilder reduzieren, ohne sie komplett zu deaktivieren. Ich empfehle aber: Schaltet die Funktion erst einmal ganz ab und schaut, ob euch das Bild so nicht viel natürlicher vorkommt.

Wann Bewegungsglättung sinnvoll sein kann

Ganz verteufeln will ich die Technik nicht. Bei Sportübertragungen, etwa Fußball oder Formel 1, können die zusätzlichen Frames tatsächlich hilfreich sein. Bewegungen wirken klarer, schnelle Schwenks lassen sich besser verfolgen.

Auch Gamer, die eine Konsole am Fernseher betreiben, empfinden manchmal Vorteile – allerdings bieten moderne TVs inzwischen eigene Game-Modes, die besser funktionieren.

Für Filme und Serien jedoch ist die Sache eindeutig: Wer echtes Kinofeeling möchte, sollte die Finger von True Motion lassen.

Mein erster OLED und der Aha-Moment

Als ich meinen ersten OLED in Betrieb genommen habe, war ich begeistert – bis ich die erste Serie startete. Plötzlich wirkten Gesichter künstlich, Bewegungen wie aus einem billigen Studio. Erst dachte ich, das liegt am Panel oder an der Quelle. Dann habe ich mich durch die Einstellungen gewühlt und True Motion gefunden. Ein Klick auf „Aus“ – und sofort war alles anders: Das Bild bekam Tiefe, Bewegungen wirkten authentisch, das Kinogefühl war zurück.

Seitdem ist es für mich die allererste Einstellung, die ich bei jedem Fernseher ändere.

Warum Hersteller nicht einfach fragen

Viele Leser fragen mich: „Warum ist das nicht standardmäßig deaktiviert?“ Gute Frage. Die Antwort ist simpel: Marketing. Im Laden sehen TVs mit True Motion spektakulärer aus – zumindest solange man nicht länger hinsieht.

Einige Hersteller gehen mittlerweile den Mittelweg und bieten Profile an: Im Kino-Modus ist Bewegungsglättung oft abgeschaltet oder reduziert. Wer den Fernseher also nicht tief ins Menü schicken möchte, sollte einfach diesen Bildmodus aktivieren.

Was ihr statt True Motion beachten solltet

Wenn ihr das Beste aus eurem TV herausholen wollt, konzentriert euch lieber auf diese Punkte:

  • Helligkeit und Kontrast: Sorgt für eine gute Basis, passt die Werte eurer Umgebung an.
  • Farben: Verwendet neutrale Farbmodi wie „Kino“ oder „Film“. Knallige Modi („Dynamisch“) wirken im Laden gut, sind zu Hause aber unnatürlich.
  • HDR-Einstellungen: Prüft, ob euer TV HDR korrekt darstellt. Hier entscheidet die richtige Signalquelle (Netflix, UHD-Blu-ray).
  • Kino-Modus nutzen: Viele Hersteller bieten damit schon eine ziemlich gute Voreinstellung.

So bekommt ihr ein Bild, das nah an der Intention der Filmemacher liegt – und nicht durch übertriebene Algorithmen verfälscht wird.

Ausschalten und genießen

True Motion ist eines dieser Features, die auf dem Papier nach Verbesserung klingen, in der Praxis aber mehr Schaden anrichten als Nutzen bringen. Für Filme und Serien gilt: Schaltet es ab, lehnt euch zurück und genießt das Bild so, wie es gedacht war.

Natürlich könnt ihr experimentieren – am Ende zählt, was euch gefällt. Aber wenn ihr mich fragt: Ein Fernseher ohne Soap-Opera-Effekt ist immer ein besserer Fernseher.

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