Gardinen reinigen gehört zu den klassischen Hausarbeiten, die viele unterschätzen. Falsches Programm oder zu heiße Temperaturen können schnell Fasern beschädigen, Gardinen einlaufen lassen oder für unschöne Falten sorgen. Mit etwas Systematik und den richtigen Einstellungen lässt sich das Waschen unkompliziert erledigen – effizient, materialschonend und mit dem besten Ergebnis für dein Zuhause.
Zusammenfassung für Ungeduldige
Am wichtigsten ist die richtige Programmwahl und Temperatur. Leichte Gardinen aus Baumwolle oder Polyester vertragen oft einen Schonwaschgang bei 30–40 °C, schwere Stoffe oder Spitzenprogramme benötigen Feinwäsche. Zu starke Schleuderzahlen können Falten oder Materialschäden verursachen. Praktisch ist ein Check: Programm einstellen, Gardinen vorher entstauben und ggf. in Wäschesäcken schützen, Schleudern anpassen, anschließend leicht feucht aufhängen – fertig.
Was „Welches Programm?“ technisch bedeutet
Moderne Waschmaschinen unterscheiden zwischen Programmen für Feinwäsche, Baumwolle, Pflegeleicht und Sonderprogramme für Gardinen oder Vorhänge. Die Steuerung wählt automatisch Schleudertempo, Temperatur und Trommelbewegung, damit Fasern geschont werden. Ein zu starkes Standardprogramm kann die Gardinen verziehen oder einlaufen lassen, während das passende Schonprogramm saubere, knitterfreie Ergebnisse liefert.
Programmeinstellungen zuerst prüfen
- Feinwäsche/Seide: Leichte Stoffe, Spitze oder zarte Muster – hier wird die Trommel schonend bewegt und bei niedriger Schleuderzahl gearbeitet.
- Baumwolle: Dickere Gardinen, Leinen oder Stoffe, die hitzebeständig sind. Höhere Temperaturen möglich (max. 60 °C), Schleuderzahl moderat.
- Pflegeleicht: Mischgewebe, Polyester, Polyester-Mischungen. Weniger intensiv, reduziert Faltenbildung.
- Spezialprogramme: Manche Geräte haben extra Gardinen- oder Vorhangprogramme, die Kombination aus niedriger Schleuderzahl und schonender Trommelbewegung bieten.
Tipp: Vor dem Waschen Pflegeetikett prüfen. Darauf steht das empfohlene Programm und die Maximaltemperatur.
Schleuderzahl: Weniger ist mehr
Die Schleuderzahl ist entscheidend, wenn es um die Pflege und Lebensdauer deiner Gardinen geht. Zu hohe Drehzahlen können Fasern beschädigen, Spitzen verziehen und selbst bei robusteren Stoffen Falten hinterlassen, die nur schwer wieder herauszubügeln sind. Gardinen bestehen oft aus empfindlichen Materialien wie Voile, Organza, Leinen oder feiner Baumwolle – hier gilt: sanft schleudern, aber restliches Wasser effektiv abtransportieren.
Die passende Schleuderzahl nach Stoffart
Feine Gardinen (Voile, Spitze, Organza): 400–600 U/min
Leichte Stoffe werden durch starkes Schleudern schnell verformt. Mit niedriger Drehzahl bleibt die Struktur erhalten, gleichzeitig wird überschüssiges Wasser sanft ausgedrückt.
Mittelschwere Stoffe (Baumwollmischungen, Polyester): 600–800 U/min
Diese Stoffe vertragen etwas mehr Drehmoment, dennoch verhindert eine moderate Schleuderzahl, dass sich der Stoff zusammenzieht oder Falten bildet.
Schwere Baumwoll- oder Leinenstoffe: 1000–1200 U/min
Dickere Gardinen brauchen höhere Schleuderzahlen, um die Restfeuchte zu reduzieren. Allerdings sollte man auch hier vermeiden, das Maximum der Waschmaschine auszureizen – zu starkes Schleudern kann Knitterfalten erzeugen, die nur schwer entfernbar sind.
Praktische Tipps für ein perfektes Ergebnis
Leerschleudern testen: Bevor alle Gardinen gewaschen werden, kannst du ein einzelnes Teil im gewünschten Schleuderprogramm testen. So erkennst du sofort, ob der Stoff stark knittert oder sich verzieht.
Wäschesäcke nutzen: Besonders bei feinen Gardinen schützt ein Wäschesack den Stoff vor übermäßiger Trommelbewegung und Reibung an Haken oder Stäben.
Länge und Gewicht berücksichtigen: Sehr lange Gardinen oder mehrere schwere Stücke gleichzeitig können die Trommel belasten und zu Unwucht führen. In solchen Fällen ist eine reduzierte Schleuderzahl sinnvoll oder die Aufteilung in mehrere Waschladungen.
Direkt aufhängen: Nach dem Schleudern die Gardinen leicht feucht aufhängen. Selbst bei niedriger Schleuderzahl trocknen sie schneller und verlieren weniger Form.
Maschinenspezialprogramme nutzen: Moderne Geräte bieten spezielle Gardinen- oder Feinwaschprogramme, bei denen Schleuderzahl, Trommelbewegung und Temperatur perfekt auf empfindliche Stoffe abgestimmt sind. Wenn verfügbar, ist dies die sicherste Wahl.
Fazit: Weniger ist oft mehr. Eine niedrige bis moderate Schleuderzahl schont Fasern, verhindert Einlaufen und erleichtert das Aufhängen. Kombiniert mit dem richtigen Waschprogramm und dem Einsatz von Wäschesäcken, werden Gardinen sauber, knitterfrei und behalten ihre Form über viele Jahre.
FAQ – Häufige Fragen zum richtigen Waschen von Gardinen
1) Kann ich alle Gardinen zusammen waschen?
Nein. Dünne Voile-, Spitzen- und Baumwollgardinen sollten getrennt nach Material und Dicke gewaschen werden, um Schäden zu vermeiden.
2) Muss ich Gardinen in den Trockner geben?
Nein. Lufttrocknen auf der Stange ist schonender, verhindert Einlaufen und reduziert Knitter.
3) Welche Temperatur ist für feine Gardinen ideal?
30 °C bis maximal 40 °C im Schonwaschgang, bei empfindlicher Spitze lieber niedriger.
4) Wie verhindere ich Falten?
Wäschesäcke nutzen, richtige Schleuderzahl, sofort aufhängen, eventuell leicht ausrollen.
5) Kann ich Gardinen bleichen, wenn sie verfärbt sind?
Nur bei weißer Baumwolle möglich, besser ist ein sanftes Waschmittel oder spezielle Gardinenreiniger, um Fasern und Farben zu schonen.







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